10th März 2008

Der Prüfungshorror

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Heute ist es also soweit. Der Tag der Abrechnung, kurz gesagt  meine praktische Führerscheinprüfung.

5:15Uhr. Der erste Wecker beginnt zu klingeln. Kurz darauf starten auch die anderen Wecker, die ich noch zur Sicherheit eingestellt hatte. Sehr verschlafen stehe ich auf. Ich konnte die Nacht nicht gut Schlafen. Zu viele Gedanken kreisten um den heutigen Tag. „Was wird passieren, wenn ich es nicht schaffe? War dann alles umsonst? …“ Nun gab es kein Zurück mehr. Ich ging duschen und nahm das Frühstück ein. Dann war es auch schon 6:15Uhr. Ich hörte draußen den Fahrschulwagen und ging daraufhin raus. Mein Fahrlehrer sah auch noch sehr Müde aus. Er hatte noch bis 0:00 eine Nachtfahrt und musste jetzt schon wieder so früh raus. Ich startete den Motor und fuhr los. Noch war nichts los auf den Straßen. Alles schlief. Ich auch? Denn ich bin mit Tempo 70 in eine Ortschaft gefahren und habe es aber erst nach 200 Metern bemerkt. Meinem Fahrlehrer war das aber auch nicht aufgefallen. Zum Glück? Ich denke nicht, denn einem Prüfer wird das sehr wohl auffallen. Und damit kann der Traum vom Führerschein schon schnell zu Ende sein. Des Weiteren machte ich noch den ein oder anderen kleineren Fehler. Ich nahm mir vor diese in der Prüfung zu vermeiden .
Meinen Ausweis hatte ich dabei – wie es mir mein Fahrlehrer gesagt hatte. Allerdings hatte er meine Papiere vergessen, welche jetzt in der Fahrschule lagen. Unglücklicherweise hat er auch keinen Schlüssel für die Fahrschule. Deswegen versuchte er den Chef zu erreichen, welcher sich aber so früh noch nicht meldete. Ohne Papiere keine Prüfung . Da wäre nichts anderes übrig geblieben, als den Prüfer zu Bitten das mit den Papieren später zu machen. Beim zweiten oder dritten Mal, als wir an der Fahrschule vorbeifuhren, kam zum Glück ein Mitarbeiter, welcher im Besitz eines Schlüssels war. Somit konnten die Papiere geholt werden und der Prüfung stand dadurch nichts mehr im Wege. Wir fuhren zum TÜV-Gelände. Dort vertrat ich mir noch einmal die Beine.
Kurz darauf standen die Zeiger aber schon auf 8:00Uhr. Der Prüfer kam. Ich wies mich aus. Wir stiegen ins Auto. Die „Anlage“ wurde eingeschaltet. Diese „Anlage“ – wies sie der Prüfer nannte – war ein System, welches einen Ton von sich gibt sobald der Fahrlehrer mit seinen Pedalen eingreift. Dadurch kann der Prüfer überwachen, dass man keine Unterstützung bekommt.
Wie wahrscheinlich jeder weiß, gibt es vor der Abfahrt die so genannte „Abfahrtskotrolle“. Bei ihr fragt der Prüfer eine Sache zur Technik. Dies kann entweder eine Frage zu den Reifen (Beschriftung/Profiltiefe/usw. ) sein, zum Motor (Bremsflüssigkeit/ÖL/usw.) oder zur Technik im Fahrzeuginneren. Ich hätte jeder dieser Fragen beantworten könne. Aber auch wirklich jede!!! Bis auf die eine, die mir der Prüfer dann stellte. „Kontrollieren Sie doch mal bitte, ob der Airbag funktioniert.“ Ich war sprachlos. Ich saß da und wusste einfach gar nichts. Ich dachte nur, dass es schon jetzt vorbei wäre. Instinktiv zündete ich den Wagen, aber auch das half mir nicht weiter. Mein Fahrlehrer durfte mir ja auch keine Hilfe geben. Der Prüfer bemerkte meine Situation und gab mir den Rat doch noch einmal zu Zünden und auf das Display zu achten. Dies machte ich dann auch und daraufhin viel mir dieses kleine Symbol auf. – Die Airbagkontrollleuchte. Sie leuchtete kurz auf und schaltete sich dann sofort wieder aus. Daraus schloss ich, dass der Airbag funktioniert und teilte dies auch dem Prüfer mit, der mich dann bat loszufahren. Keine 10 Meter gefahren piepst es. Mir war nicht sofort bewusst was es sein könnte, als der Prüfer mich schon darauf hinwies, dass die Handbremse noch angezogen ist. Ich löste sie. Doch jetzt war ich schon verdammt nervös. Keine Minute vergangen und schon so viel „Blödes“ passiert. Ich wusste ja auch nicht, wie so etwas bewertet wird. Zählt so etwas zur Unfähigkeit? Nichtsdestotrotz machte ich mich auf den Weg. Der Prüfer lotste mich. Alles lief gut. In einer Einbahnstraße trafen wir dann auf einen Müllwagen, hinter dem sich schon eine Autoschlange gebildet hatte. Ich denke, dass die ganze Prüfungsdauer dabei drauf gegangen wäre der Müllabfuhr zu Folgen. Glücklicher- oder Unglücklicherweise (?) gab es dann doch noch eine Stelle an der wir passieren konnten. Allerdings war es sehr eng. Meinem Fahrlehrer wurde die Erlaubnis erteilt mir zu Helfen. Diese Hilfe brauchte ich allerdings nicht in Anspruch zu nehmen. Vorsichtig tastete ich mich am Laster vorbei. Brachte mir das wieder ein paar Sympatiepunkte beim Prüfer? Ich hoffte es! Es ging Richtung Landstraße. Der Berufsverkehr war doch nicht so stark wie ich es befürchtet hatte. Im Verlauf der Fahrt sollte ich dann nach Rechts abbiegen. Ich schaltete den Blinker ein. Die Kreuzung war jedoch noch ein Stück entfernt. Vorher kam erst ein kleiner Feldweg. Darauf machte mich auch der Prüfer wieder aufmerksam. In Folge dessen fiel mir erst spät auf, dass hier Tempo 50 vorgeschrieben war. Ich bremste sofort ab. Wieder einmal wusste ich nicht, ob der Prüfer das bemerkt hat, bzw. wie so etwas bewertet wird. Mit noch größerer Nervosität ging es weiter. Konnte es noch schlimmer kommen? Ja es konnte! Und zwar schon direkt an der nächsten Ampelkreuzung an der ich wiederum nach Rechts abbiegen sollte. Ich fuhr mit 30 km/h. Kurz bevor ich die Haltelinie passieren sollte, sprang die Ampel auf „Gelb“. Ich bremste was das Auto hergab. Genutzt hatte es aber nicht. Ich stand mit der vorderen Hälfte des Autos über der Haltelinie. Nur wie sollte es weiter gehen? So eine Situation hatte ich bisher noch nicht in meinen Fahrstunden geübt. Es gab drei Möglichkeiten. 1. Stehen bleiben!
2. Weiterfahren!
3. Rückwärts fahren!Ich entschloss mich letzteres zu machen. Es blieb ja auch kaum Zeit zum Nachdenken. Ich legte den Rückwärtsgang ein und setzte zurück. Diese Aktion wurde vom Prüfer so kommentiert: „Rückwärtsfahren gleich Rückwärtsgucken!“ Daraufhin machte ich einen kurzen Blick nach Hinten, wobei ich jetzt sowieso schon stand. Ich hatte nur durch den Rückspiegel geschaut. „Grün“ es ging weiter. Was für ein Ende sollte das bloß haben? Ich wusste es nicht (!), bemerkte aber, dass die Route Richtung TÜV-Gelände ging. Kurz vorher sollte ich mir noch eine Wendemöglichkeit suchen. Dies tat ich. Wie mir der Prüfer aber nachher berichtete war es nur ein kleines Stück und ich wäre auf einen Poller gefahren, den ich gar nicht gesehen hatte. Nun gut es ging weiter. Ich hatte aber noch nicht Eingeparkt. Das gehört doch dazu oder nicht? Ich dachte nun ist es doch vorbei – alles umsonst. Dem war aber nicht so. Ich sollte beim TÜV parken. Zum Glück rückwärts. Ich musste auch nur einmal korrigieren, damit auch mein Prüfer aussteigen konnte :P . Wir standen. Meine Hände wurden immer feuchter. Anspannung. „Na dann sage ich mal Herzlichen Glückwunsch …“ Was für eine Erleichterung. Wahnsinn! Die Papiere wurden ausgefüllt mit denen ich zum Straßenverkehrsamt musste, um meinen vorläufige Bescheinigung für den Führerschein zu holen. Ich rief meine Mutter an damit sie mich abholen kommt, sagte ihr aber noch nichts. In der Zwischenzeit redete ich dann noch mit meinem Fahrlehrer und dem Chef, der auch anwesend war (Ps: Sein Handy lag im Auto und er wunderte sich schon warum es diesen Morgen so ruhig gewesen ist). Ich fragte meinen Fahrlehrer bezüglich der Situation an der Ampel. Er meinte, dass es sehr gut war. Da kam auch schon meine Mutter. Sie wollte gerade aussteigen, damit ich fahren könnte. Ich sagte nur „Bleib sitzen!“ Sie war verdutzt. Nun glaubte sie, dass ich nicht bestanden hätte, weil mein großer Bruder den Führerschein mit 17 schon direkt vom Prüfer bekommen hatte. Sie fragte mich was gewesen sei. Ich sagte „Nichts“
„Aber wieso?“
„Fahr einfach!“ *mit einem wütenden Ton :P *
Dann bat ich sie zum Straßenverkehrsamt zu fahren. Sie fragte: „Warum? Du hast doch nicht bestanden.“
„Das habe ich nicht gesagt! Ich muss nur noch die Papiere holen!“ Daraufhin klärte ich sie auf und erzählte ihr die ganze Geschichte, die ihr jetzt gerade durchgelesen habt.

Fazit: Ein erfolgreicher aber auch anstrengender Tag

Für Interessierte werde ich bald noch eine Statistik veröffentlichen, die zeigt, was mich der Führerschein gekostet hat.

This entry was posted on Montag, März 10th, 2008 at 13:00 and is filed under Allgemein. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

There are currently 3 responses to “Der Prüfungshorror”

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  1. 1 On März 21st, 2008, Marcel said:

    Hey das war echt ne super Story
    ich fange jetzt auch mit meinem Schein an A und B und jetzt wollte ich mal wissen was dich deiner gekostet hatt
    gruss

    Marcel

  2. 2 On März 21st, 2008, Sebastian said:

    HI,
    danke für das Lob :)
    Ich war gerade im Urlaub und werde mich so schnell wie möglich an die Auswertung setzen.

    Bitte noch etwas gedulden ;)

  3. 3 On März 23rd, 2008, Caro said:

    Ich hab meinen letztes Jahr gemacht. Muss sagen, der war ziemlich leicht zu meistern. Aber teuer für so einen kleinen Schein. Ich glaub um die 400€ waren das. Weiß es aber nicht mehr genau. Und bisher noch keinen Blitzer abgesahnt-toi toi toi.

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