3rd September 2009

MPU Führerschein

Die bei vielen Autofahrern gefürchtete Abkürzung MPU steht für Medizinisch-Psychologische Untersuchung, im Volksmund auch der „Idiotentest“. Wenn man zur Medizinisch-Psychologische Untersuchung muss, liegt meist eins der folgenden Vergehen vor:

  • Alkohol („Alkohol-MPU“): Wer mehrfach im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss auffällt, oder einmal mit einer Promillezahl von 1,6 Promille oder mehr erwischt wird, muss zur „Alkohol-MPU“. Die Promillezahl von 1,6 Promille gilt im übrigen auch für Fahrradfahrer! Verkehrsauffälligkeiten unter Alkoholeinfluss stellen 58 Prozent aller Begutachtungsfälle.
  • Drogen („Drogen-MPU“): Zur Drogen-MPU muss man, wenn man unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr aufgefallen ist, oder der Fahrerlaubnisbehörde Hinweise vorliegen, dass ein Kraftfahrer außerhalb des Straßenverkehrs gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen hat (durch Drogendelikte oder Drogenmissbrauch).
  • Verkehrsrechtliche Auffälligkeiten („Punkte-MPU“): Die „Punkte-MPU“ wird ab 18 Punkte beim Verkehrszentralregister in Flensburg oder besonders schwerwiegende Verkehrsverstöße fällig.
  • Strafrechtliche Auffälligkeiten: Wer strafrechtlich mehrfach in Erscheinung getreten oder mit Straftaten aufgefallen ist, die auf eine besonders hohe Aggressivität oder geringe Impulskontrolle schließen lassen, der muss auch zur MPU.

Rund um die MPU ranken sich einige Gerüchte und Mythen. So soll es einen Kugeltest geben, bei dem man zwei Kugel aufeinander stellen muss, was natürlich physikalisch schon überhaupt nicht möglich ist. Sobald der MPU-Kandidat auch nur die Kugel berührt, soll er schon durchgefallen sein. Dieser Test gibt es bei der MPU allerdings überhaupt nicht – er ist frei erfunden.
Auch Persönlichkeitsfragebogen oder Aggressionsfragebogen, anhand deren Beantwortung des MPU-Kandidaten das Ergebnis der Untersuchung bereits vorab festgelegt wird, gibt es seit einer kurzen Versuchsphase in den 1970er-Jahren nicht mehr.


Dennoch sollte man die Medizinisch-Psychologische Untersuchung nicht unterschätzen. Wer wirklich zur MPU muss, die unter anderem auch mit hohen finanziellen Belastungen verknüpft ist (es können Gesamtkosten über 500 Euro zusammenkommen, je nachdem wegen welchen Verstoß man zur MPU muss), ist es ratsam, sich schon vor der MPU im Internet zu informieren. In Foren tauschen sich unter anderem Betroffene und Menschen, die die MPU schon hinter sich haben, rege aus. Hier sollte man sich einlesen und selbst Fragen stellen, wenn etwas unklar ist.

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