Auto fahren und Alkohol

So auch mit dem Risiko, das ich nun meine wenigen Leser total vergraule, ein paar nette Infos rund um das Thema Alkohol am Steuer. Jeder der nicht daran interessiert ist, sein Wissen aufzufrischen und zu erweitern, der kann ja morgen noch einmal reinschauen. Also los geht’s!

Mit 52,3 Millionen Hektoliter Bier gab es dieses Halbjahr, einen leichten Anstieg des Bierabsatzes. Der pro Kopf Verbrauch von reinem Alkohol, liegt bei den Deutschen bei über 10 Liter. Um den, doch schon erschreckenden Durchschnitt des Alkoholkonsums in Deutschland, nicht zu gefährden sitze ich nun in der Kneipe und zische ein paar Gläser Bier. Doch was passiert mit dem achso beliebten Alkohol in meinem Körper?

Nach dem ich den Alkohol aufgenommen hab, startet der Alkoholwechsel. Dies geschieht in drei Phasen:

  • Resorptionsphase
  • Diffusionsphase
  • Eliminationsphase

Die Resorptionsphase beginnt schon gleich beim ersten Kontakt des Alkohols mit der Mundschleimhaut. Denn schon diese nimmt etwa 2% des konsumierten Alkohols auf. Weitere 20% gelange über die Magenschleimhaut und dem Dünndarm in den Blutkreislauf. Wie viel Alkohol ins Blut gelangt und vor allem wie schnell, ist von einigen Faktoren abhängig. So spielt die Temperatur des Alkohols (Achtung bei Glühwein 😉 ) aber auch die Füllmenge des Magens eine wichtige Rolle. Trinkt man auf leeren Magen Alkohol, so spricht man von einem Sturztrunk. Hierbei wird der Körper von Alkohol sprichwörtlich „überflutet“, da der Magen schnell passiert wird und so der Alkohol schnell und in hoher Konzentration, in den Darm und somit auch ins Blut gelangt.

Nach dem der Alkohol in der Resorptionsphase in meinem Körper eingedrungen ist, geht es nun daran sich auszubreiten. Dies geschieht in der zweiten Phase in der sogenannten Diffusionsphase. In dieser Phase verteilt sich der Alkohol, und beglückt somit sämtliche Organe.

So der Alkohol hat sich nun prima in meinem Körper ausgebreitet, doch wie bekomm ich den nun wieder weg? Das verschwinden des Alkohols geschieht in der Eliminationsphase. Wie der Name schon sagt, wird in dieser Phase der Alkohol eliminiert. Diese eliminieren geschieht auf unterschiedliche Weise. Der größte Teil, circa 95% übernimmt dabei die Leber. Deswegen wird dieses Organ bei Alkoholikern arg in Mitleidenschaft gezogen. Die restlichen 5% werden ausgeschwitzt, mit dem Urin ausgeschieden und in Forme eine „Fahne“ abgeatmet.

Da die Resorptionsphase bei mir schon lange passe ist, und der Alkohol sich schon schön ausgebreitet hat, möchte ich nun nachhause. Doch wie? Nehme ich den bequemen Weg und fahre das Stückchen mit dem Auto, oder den unbequemen Weg und laufe? Ehe ich es mir versehe, hab ich auf der einen Schulter ein kleines Engelchen und auf der anderen Schulter ein kleines Teufelchen. Beide reden auf mich, dabei hört sich die Argumente das Teufelchen doch ganz gut an. Ich mein ist ja nur ein kurzes Stück… und Polizei lässt sich auf dieser Strecke doch eh nicht blicken…Ich mein das ist ja auch nur einmal und viel getrunken habe ich ja auch nicht………………………………………………..Doch halt, seit wann schlage ich mich auf die Böse Seite des Lebens? Schnell die beiden kleinen Gestalten von der Schulter gefegt und langsam auf den Heimweg mit meinen beiden Füßen gemacht.

Doch was wäre denn passiert, wenn ich in eine Kontrolle geraten wäre? Da man mir meinen Alkoholgenuss immer relativ schnell ansieht, hätten sie mich wahrscheinlich blasen lassen. Dabei wäre bei einer Blutalkoholkonzentration von 0,2% und weniger nichts passiert. Doch diese 0,2% sind schnell erreicht. Generell kann man aber nicht sagen, nach wie viel Gläsern bzw. nach was für eine Menge Bier oder Sekt diese 0,2% erreicht sind. Da die Menge für jede Person variiert. Deshalb gilt, wer trinkt fährt nicht und wer fährt trinkt nicht. Da ich aber eine Blutalkoholkonzentration von mehr als 0,3% hätte, würde man erst einmal von einer relativen Fahruntüchtigkeit sprechen. Klingt noch gar nicht mal so schlimm, man wird dann je nach dem was passiert ist wegen Trunkenheit im Verkehr oder wegen Gefährdung des Straßenverkehrs verurteilt.

Da ich aber nicht nur ein paar Bier, sondern reichlich Wodka dazu getrunken habe, darf man davon ausgehen, dass mein Alkoholpegel weit über 1,1% liegen würde. In diesem Fall würde das für mich bedeuten, wenn ich gefahren und angehalten worden wäre, Geld – oder Freiheitsstrafen von bis zu 5 Jahren, eine Entzug meiner Fahrerlaubnis sowie 7 Punkte in Flensburg. Begründet wird dies damit, das ich mit dieser Blutalkoholkonzentration absolut fahruntüchtig bin. Starke Sachen, nur dafür das ich nicht nach Hause laufen musste.

Als ich endlich nach meinem „stundenlangen“ Heimmarsch zuhause angekommen bin, lege ich mich natürlich hin. Erst mal den Rausch „ausschlafen“, wie man immer so schön sagt. Aber stimmt das überhaupt? Liegt meine Blutalkoholkonzentration genau bei 0,0 % wenn ich wieder aufwache?

Nehmen wir an ich hätte einen Blutalkoholgehalt von 2,0% gehabt. Ziemlich ordentlich, aber mit ein paar Schnäpschen ist dieser Wert schnell erreicht 😉 So nehmen wir weiter an, ich wäre um 24.00 Uhr ins Bett gegangen. Der männliche Körper baut etwa 0,1 bis 0,15 % Alkohol in einer Stunde ab, der weibliche Körper dagegen nur 0,085 bis 0,1 %. Da ich ein Mann bin, gehen wir einfach mal von 0,1% aus. Das macht einen Restalkohol von 1,2% wenn ich erst um 8 Uhr aufstehe. An Auto fahren ist mit diesem Restalkohol nicht zu denken. Also noch mal hinlegen und weiterschlafen. Wir erinnern uns, fahren ohne Strafen ist nur mit 0,2% oder weniger erlaubt. Also Preisfrage, wie lang müsste ich schlafen, bis ich wieder Auto fahren dürfte? Genau es sind exakt 18 Stunden. Gehe ich um 24:00 Uhr ins Bett, dürfte ich als erst wieder um 18:00 Auto fahren.

Und was lernen wir daraus? Richtig saufen geht man am besten samstags und wer was getrunken hat fährt nicht. In diesem Sinne, vielen Dank für die Aufmerksamkeit und ein schönes Wochenende noch 😉

Ähnliche Themen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.